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Masulé

Nahe dem Südufer des Kaspischen Meeres im Norden des Iran liegt wohl eines der schönsten Dörfer der Region Gilan: Masulé. Der idyllische Ort, der von der UNESCO als Weltkulturerbe vorgeschlagen wurde, ist die Heimat von rund 900 Menschen. Kleine Lehmhäuser schmiegen sich etwa 1050 Meter über Normalnull direkt an die Steilhänge des Elburs-Gebirges, umgeben von dichten Wäldern und schroffen Felsen. Seit seiner Gründung im 10. Jahrhundert n.Chr. hat sich an dem Erscheinungsbild Masulés kaum etwas verändert. Die unregelmäßige, terrassenförmige Bebauung der Hänge und das starke Gefälle erlauben es kaum, befahrbare Straßen zu bauen.

Die Häuser, die aus Lehmziegeln errichtet und mit einem ockerfarbenen Lehmputz überzogen werden, sind durch winzige, steile Gässchen und Treppen miteinander verbunden. Als Terrassen und Fußwege dienen den Bewohnern der nächst höher gelegenen Ebene die in der Regel flachen Dächer der meist zweistöckigen Gebäude. Hier flanieren die Dorfbewohner gerne in den frühen Abendstunden, besprechen die Ereignisse und lassen den Tag in aller Ruhe ausklingen. Neben den architektonischen Besonderheiten prägen auch aufwendig gestaltete Holzschnitzereien an Türen und Fenstern sowie phantasievolle Erker das Bild Masulés.

Die außergewöhnliche Lage und die einzigartige Architektur des Dorfes, machen Masulé zu einem beliebten Ausflugsziel von Touristen. Der bezaubernde Ort gilt gar als das meist fotografierte Motiv des Iran, und wird nicht zu Unrecht als die iranische Version von „Rothenburg ob der Tauber“ genannt. Ein Abstecher nach Masulé darf bei einer Iranreise auf keinen Fall fehlen, auch wenn die Anfahrt durchaus einige Beschwerlichkeiten birgt.

Masule

Masule ©iStockphoto/kochatornranapat

Rasht

Die nächstgrößere Stadt ist Rasht, die man nach einer etwa sechstündigen Busfahrt von Teheran aus erreichen kann. In Rasht steigt man am besten in ein privates Taxi um. Abenteuerlustige nutzen eines der zahlreichen Sammeltaxis, die einen nach mehrmaligen Umsteigen ebenfalls nach Masulé bringen. Die Taxifahrten über schmale Bergstraßen sind eine rasante Erfahrung, nach der man die Ruhe Masulés besonders zu schätzen weiß. Die schönste Art, das bezaubernde Dorf zu erkunden, ist natürlich die zu Fuß, da sich nur so alle Ebenen des Ortes gut erreichen lassen. Besonders in den heißen Sommermonaten ist ein Spaziergang in der angenehm kühlen Luft Masulés eine Wohltat nach der Hitze in tiefer gelegenen Regionen.

Trotz des verhältnismäßig großen Besucherandrangs hat Masulé seinen ursprünglichen Charme nicht verloren. Touristisch aufgearbeitete Attraktionen, Restaurants mit angepasster Küche und auf Hochglanz polierte Postkartenläden sucht man hier vergebens. Stattdessen bekommt man einen faszinierenden Einblick in das Leben der Dorfbewohner und eine atemberaubende Aussicht auf das Tal und die umliegenden Berge. Ein Ausflug nach Masulé gehört sicher zu den unvergesslichen Erlebnissen einer jeden Iranreise.

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