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Kashan

Kashan – in deutscher Schreibweise Kaschan – ist eine Stadt, die in der Provinz Isfahan im zentralen Hochland des Iran liegt. Die iranische Hauptstadt Teheran liegt etwa 20 Kilometer südlich. Im Mittelalter gab es hier eine bedeutende Keramikindustrie – daher wundert es nicht, dass der Name der Stadt sich vom iranischen Begriff für „Kacheln“ ableitet. Heute ist Kashan für seine Textilindustrie bekannt. Vor allem die Teppiche sind weltweit berühmt. Kashanteppiche – bekannter als Keshan – waren bereits im 16. Jahrhundert bei den Seldschuken bekannt. Vermutlich gab es sie aber schon im 11. Jahrhundert. Damals wurden sie noch mit der Hand geknüpft. Heute erledigen mechanische Webstühle die Arbeit akkurater und schneller. Auch sonst hat die industrielle Entwicklung in und um Kashan Einzug gehalten.


Die Stadt liegt am nördlichen Rand des Kurud-Gebirges. Die Landschaft wird auch durch die Nähe der zentraliranischen Wüste geprägt. Die erste größere Oase, wenn man von Qom nach Kerman reist, liegt genau hier. Überhaupt ist die Gegend bedeutend, denn das zentralpersische Hochland gilt als ältester Entstehungsort bedeutender Hochkulturen. Trotz aller Ausgrabungen konnte man bisher nicht ermitteln, wie alt die Siedlungen in der Oase von Kashan sind. Die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit, die bisher gefunden wurden, stammen aus dem 6. Jahrtausend vor Christi Geburt! Die Mauern einer alten Festung aus dem 11. Jahrhundert stehen noch. Wer nach Kashan kommt, taucht in die Geschichte des Iran ein. Wer als Reisender mit weiteren Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit rechnet, wird enttäuscht. Erdbeben beschädigten die Stadt 1778 so schwer, dass viel historisches Baugut zerstört wurde. Der Neuaufbau der Stadt erfolgte anschließend. Die Bauten aus dieser Zeit ziehen heute Reisende nach Kashan.

Familie Tabatabai

Zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten von Kashan zählt das Privathaus der damals einflussreichen Familie Tabatabai, das um 1850 von dem berühmten Architekten Ustad Ali Maryam gebaut wurde. Ähnlich bedeutend ist auch das Hāne-ye BorÅ«gerdÄ«. Der wohlhabende Kaufmann Hadschi Mehdi Borudscherdi baute es für seine zukünftige Braut. Die Dame seines Herzens stammte ebenfalls aus den Rängen der Familie Tabatabai. Beide Bürgerhäuser gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kashan. Weithin berühmt ist aber auch der Bāġ-e FÄ«n. Er wird als einer der ältesten persischen Gärten angesehen. Man vermutet, dass es ihn bereits seit 7000 Jahren gibt. Zu verdanken war seine Existenz den Wasserquellen aus dem nahen Gebirge, dank derer man ihn bewässern konnte. Natürlich hat sich der Garten im Laufe der Jahrhunderte optisch verändert. Die derzeitige Form stammt aus Entwürfen, die man für Shah Abbas den Großen machte. Zu Zeiten der Safwiden diente der Bāġ-e FÄ«n als Erholungspark. Seine Poesie ist heute noch spürbar. Man bemüht sich, die alten Blumensorten wieder zu etablieren, um den Zauber in die Neuzeit herüber zu retten.

Markt in Kashan

Markt in Kashan ©iStockphoto/mazzzur

Teppiche von Kashan

Die Teppiche von Kashan darf man als Reisender natürlich nicht ungewürdigt lassen! In Kashan ist man sehr stolz auf diese alte Kunst und erinnert sich daran, dass selbst Könige die Teppiche aus Kashan liebten und bewunderten. Sie statteten ihre Paläste damit aus. Wichtige Exponate vergangener Zeiten findet man heute in den Museen in aller Welt verstreut. Die ältesten Teppiche der Stadt stammen aus dem 16. Jahrhundert. Damals gab es in Kashan eine königliche Teppich-Manufaktur, in der die exklusivsten Stücke aus Schurwolle und Seide hergestellt wurden.


Der landschaftliche Reiz von Kashan ergibt sich weitgehend aus dem Kontrast zwischen der Gebirgslandschaft und der nahen Wüste. Das Grün der Oase steht in lebhaftem Gegensatz zur Dürre der Kavir Region. Einst lagen hier bedeutende Karawansereien am Wegesrand, die die Reisenden der Handels-Karawanen aufnahmen und versorgten. Man erfreute sich der schattigen Häuser und blühenden Gärten, bevor man weiter in die Wüstenregionen vorstieß. Im Basar handelte man Waren aus dem gesamten Iran und manchmal auch aus anderen Gegenden der Welt.

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